Mit dem Rad von St. Georgen nach Sizilien

Helmut Eder und Horst Reitinger

Ausgerüstet mit 60 Kilogramm Gepäck radelten die beiden Sportbegeisterten Horst Reitinger (70) und Helmut Eder (66) von Ihrer Heimat St. Georgen im Attergau ins 2504 Kilometer entfernte Sizilien. Ihre Tour führte Sie am ersten Tag über Mondsee, Thalgau bis Schwarzach im Pongau. Die nächsten Etappen brachten Sie über den Tauernradweg auf die Südseite der Alpen, von Arnoldstein weiter bis ins italienische Tarvisio. Nach einem Besuch im vom Erdbeben zerstörten Gemona radelten die beiden Freunde durch die Riviera del Brenta bis Ravena, wo sie erstmals die Adria erblickten. Über den Apenin in Florenz angekommen, durfte natürlich die Besichtigung der Uffizien Kunstwerke nicht fehlen. Durch die Toscana ging es dann auf der Westseite Italiens weiter nach  Siena über Grosseto am Tyrrhenischen Meer entlang bis in die Hauptstadt Rom, wo die beiden durch Zufall mitten in eine Audienz von Papst Beneditk XVI radelten. Gesegnet und mit Hilfe von Einheimischen den Weg aus der Vatikanstadt gefunden, ging die Reise weiter nach Neapel wo die Beiden mitten in der Wildnis ihre Zelte aufschlagen mussten und zudem frühmorgens von ein paar Hunden aufgeweckt wurden. Dem Papst sei Dank, der Segen vertrieb die Horde  und der Trip konnte unverletzt über eine holprige Straße nach Pompeji, das am 24. August  79 nach Christus durch den Ausbruch des Vesuv  untergegangen ist, fortgesetzt werden. Entlang der Amalfiküste, kilometer lang bergauf und bergab erreichten Horst Reitinger und Helmut Eder nach 23 Reisetagen die  Capo Vaticano.
Nach einer kurzen Verschnaufpause mussten die beiden etwas fester in die Pedale treten um die Fähre nach Messinanicht zu verpassen. Hungrig und etwas müde checkten Sie im Hafen angekommen mit Ihren Fahrrädern ein und genossen bei der Überfahrt der Meerenge einen traumhaften Blick auf den Ätna.  Gestärktund ausgeruht strampelten Sie zum sehr hochgelegenen aber beliebten Urlaubsort Taormina. Nach einer weiterenNacht im Zelt am Fuße des Ätna ging es in die letzte Etappe. Bei herrlichem Wetter entlang der Küste erreichten die beiden Unentwegten Catania, das Ziel Ihrer Reise. „Mit den Rädern gibt es keine Chance in den Zug zu steigen“ so ein Bahnhofswärter. Daher versuchten die Beiden Ihr Glück im Hafen um mit der Fähre Richtung Heimat aufzubrechen – jedoch ebenfalls vergeblich. Kurzerhand entschieden sie sich für den Flieger, der die beiden letztendlich wieder wohlauf in München absetzte. Die letzten Kilometer ließen sich die Beiden dann auch nicht mehr entgehen und radelte nach einem stärkenden Frühstück durchs bayrische Burghausen über Neukirchen, Pöndorf wieder in die Heimatgemeinde St. Georgen.

Fazit: Zwei kaputte Speichen und ein Reifenplatzer kurz vor Burghausen.