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Die Bermudas als Ziel für Segel-Hoffnungsträger

Der 20-jährige Matthäus Hofer aus Lichtenwörth (NÖ) vertritt Österreichs größten Segelverein, den Union Yacht-Club Attersee (UYCAs), beim diesjährigen Red Bull Youth America’s Cup vor den Bermuda-Inseln im Atlantik. Der angehende Student ist damit nahezu im Vor-Olymp des Hochsee-Segelns angelangt.

Wann haben Sie mit dem Segelsport begonnen?

Matthäus Hofer: Ich segle für den UYCAs, seit ich fünf, sechs Jahre alt bin. Mit neun, zehn habe ich mit dem Regattasegeln begonnen. Damals noch im Optimist. Dann bin ich mit 14 in den Laser umgestiegen und zwei Jahre erfolgreich damit gefahren. Ich war im Jugend-Nationalteam. Dann bin ich in den 49 FX umgestiegen, wurde dort Klassenmeister, bin in den großen 49er umgestiegen und Staatsmeister geworden. Das habe ich bis Herbst 2016 gemacht, dann hat das Candidate Sailing Team für den Youth America’s Cup begonnen. Da habe ich mich für das Fixstarter-Team für Bermuda hineingesegelt.

Wie sind Sie als Niederösterreicher an den Attersee gekommen?

Meine Urgroßeltern waren schon da und im Club, dann meine Großeltern und meine Eltern. Ich bin also tief verwurzelt.

Vor den Bermudas finden die Wettfahrten statt, für die Sie sich qualifiziert haben. Was war Ihre Reaktion auf die Qualifikation?

Alleine im Team zu sein, ist eine unheimliche Chance – und Fixstarter zu sein: Das war unbeschreiblich. Der America’s Cup ist, glaube ich, ein Riesenziel für jeden Segler. Beim Red Bull Youth America’s Cup mitzusegeln, ist der erste Schritt in diese Richtung. Wenn man dort gut auftritt, hat man vielleicht die Chance, in ein America’s-Cup-Team zu kommen.

Sie steigen in die Fußstapfen unserer Doppel-Olympiasieger Hagara/Steinacher, die zwar nicht direkt beim America’s Cup mitsegeln, aber im Orbit dessen …

Ja, genau. Sie sind die Sportdirektoren für den Youth America’s Cup. Cool, dass da Österreicher dabei sind. Das sind große Vorbilder.

Wie viele Leute seid ihr an Bord?

Insgesamt sechs.

Und wie viele Österreicher?

Im fixen Team sind drei Salzburger, ein Tiroler, ein Kärntner, ich – dann gibt es noch ein erweitertes Team.

Was ist Ihre Position?

Floater. Das ist eine Position, die allen aushilft und den Überblick am Boot hat, auch bei der Taktik mithilft. So ziemlich ein Allrounder auf dem Boot: Wenn der Floater gut ist, bemerkt man ihn nicht, weil alles funktioniert. Das ist das Ziel – dass man nicht zu viel auffällt.

Wann geht’s los?

Am 31. Mai ist der Flug, danach – von 4. bis 11. Juni – Training. Dann ist die Qualifikation, direkt darauf das Finale. Dabei gibt es zwei Gruppen zu je sechs Booten, die besten vier aus jeder Gruppe steigen auf in die Endrennen.

Sehen Sie Chancen aufs Finale?

Wir haben sicher nicht die besten Chancen, aber wir sind optimistisch, dass wir unsere Außenseiter-Chancen nutzen können. Aber wir sind eben nur Außenseiter.

 

QUELLE: OÖNachrichten / Interview: Garry Sperrer