Aufwendiges Sanierungsprogramm nach Felssturz in Steinbach

STEINBACH. Mehrere Tonnen Gestein müssen gezielt gesprengt werden, bevor großflächiges Sicherungsprojekt gestartet werden kann

Anfang Februar ereignete sich ein tonnenschwerer Felssturz entlang der B152 im Gemeindegebiet von Steinbach am Attersee. Rund 400 Meter oberhalb des Straßenverlaufs löste sich ein Teil des kleinen Schobersteins, was zu größeren und kleineren Felsabgängen und Steinschlägen führte.

Die Sicherung der abgebrochenen Felsformation gestaltet sich relativ komplex. Über das Wochenende waren Fachexperten der WLV und der Geologie mit der Erkundung des Fallraums beschäftigt. Per Hubschrauber wurden Besichtigungen an der befindlichen Abbruchstelle ermöglicht. „Direkt an der Abbruchstelle befindet sich noch ein Block mit etwa 2.500 Kubikmeter, welcher bereits Risse aufweist und abzubrechen droht. Dieser Block muss in kleineren Happen abgesprengt werden“, fasst Sicherheits-Landesrat Ing. Wolfgang Klinger zusammen. Die beschädigten Felssicherungsbauwerke müssen provisorisch instand gesetzt werden, damit bei der Sprengung herabstürzende Steine und Felsblöcke nicht in ein Wohnhaus einschlagen, welches leicht abseits der Abgangsrinne liegt. Weiteres muss nach den Sprengungen der gesamte Hang von lockerem Gestein befreit werden. Nach dem Räumungsarbeiten und der Sicherung des gesamten Hanges kann dann über eine Öffnung der Straße nachgedacht werden.

Mit heutigem Montag wird eine Fachfirma bereits vor Ort aktiv sein. Zu Beginn müssen auf dem extrem steilen Gelände Steige mit Seilsicherung für das handwerkliche Fachpersonal geschaffen werden und Plätze für die Lagerung von Baumaterialen im Nahbereich der Abbruchstelle hergestellt werden. Eine wesentliche Rolle wird ein Helikopter spielen, der die gesamten Sicherungsarbeiten sowie Anlieferungsprozesse von Gerätschaften übernimmt. Seile, Schläuche, Kompressoren, Bohrhämmer und vieles mehr werden per Hubschrauber zur Abbruchstelle gebracht. Mit einer ersten Sprengung an der Ausbruchstelle ist in rund drei Wochen zu rechnen.

„Aus heutiger Sicht wird die Sperre der B152 sicherlich noch sechs Wochen bis zwei Monate andauern, denn die erforderlichen Sofortmaßnahmen sind im ausgesetzten Gelände sehr umfangreich und aufwändig. Die Finanzierung dringlicher Sofortmaßnahmen in Höhe von rund 400.000 Euro soll von der Landesstraßenverwaltung übernommen werden“, zieht Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner eine erste Leistungsbilanz.

Parallel dazu hat die Wildbach und Lawinenverbauung zwischenzeitlich ein flächenwirtschaftliches Projekt gestartet, an welchem mit Hochdruck gearbeitet wird. Dieses WLV-Projekt sieht eine nachhaltige Sicherung der Objekte im Ortsteil von Weißenbach und auch der Straße vor. Besonders der Schutzwald, der beim aktuellen Ereignis viele mittelgroße Steine abgefangen hat, soll durch dieses wiederhergestellt und verjüngt werden. Es ist auch geplant, dass unter anderem zusätzliche Steinschlagschutzbauwerken und Seilsperren errichtet werden. „Derzeit ist von einem Investitionsvolumen von 1,5 bis 2 Millionen Euro auszugehen. Das zeitlich sehr ambitionierte Großprojekt wird im Idealfall noch im heurigen Sommer in Angriff genommen“, unterstreicht Sicherheits-Landesrat Wolfgang Klinger.

„Die Mobilität ist aufgrund des Felssturzes stark in Mitleidenschaft geraten. Aus diesem Grund prüfen wir aktuell verschiedenste Möglichkeiten, wie ein mobiles Leistungsangebot für die Region bereitgestellt werden kann“, so Steinkellner abschließend. (Fotos: Land OÖ)

Sternenpark soll Romantiker und Astronomen in die Region locken

Die Gahbergkapelle mit der Milchstraße Foto: Hannes Schachtner – Astronom. Arbeitskreis Szkg.

Das Bedürfnis der Menschen, auch nachts sicher auf den Straßen und Wegen unterwegs zu sein, hat zu immer mehr nächtlicher Beleuchtung geführt. Straßen, Häuserfronten, Wahrzeichen werden beleuchtet, Schaufenster, Märkte und Reklametafeln tun ihr Übriges. Viel Licht kommt aber nicht nur dort an, wo es beabsichtigt ist, sondern reflektiert in den Nachthimmel über den Ortschaften und Städten. Neben dem durchaus auch wirtschaftlichen Schaden, der durch dieses verlorene Licht in den Kassen der Kommunen entsteht, führt diese Lichtverschmutzung dazu, dass sich der Himmel über bewohntem Gebiet mehr und mehr aufhellt. Im gleichen Maß geht den Menschen der sternenübersäte Nachthimmel verloren. Menschen in einem Ballungsgebiet leben beinahe in einer immerwährenden Dämmerung.

„Die Region „Naturpark Attersee-Traunsee“ ist in der glücklichen Situation, dass unser Nachthimmel schon jetzt in vielen Nächten eine beeindruckende Sternenpracht zeigt. Um diese Situation beizubehalten und noch weiter zu verbessern, wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und die neuesten Erkenntnisse in der Beleuchtungstechnik dazu nutzen, um das Licht genau dorthin zu bringen, wo es benötigt wird und die Lichtverschmutzung Stück für Stück weiter zu verringern“, erklärt Clemens Schnaitl vom Naturpark Attersee-Traunsee.

Auf einer Fläche von 106 Quadratkilometern haben deshalb die Gemeinden Altmünster, Steinbach am Attersee, Weyregg, Schörfling und Aurach am Hongar die Beleuchtungsquellen bereits massiv reduziert und auf warmweißes Licht, das von oben nach untern scheint, geändert. Nun wartet man auf die Experten-Entscheidung der International Dark-Sky Association (IDA) zur Anerkennung des ersten Sternenparks in Österreich. Als einzige Destination in den Alpen hat bisher der in Bayern gelegene Sternenpark „Winklmoosalm“ das Zertifikat „Dark-Sky-Park“ der IDA erhalten.

Bei einem Sternenpark spricht man übrigens von einem Licht- und Landschaftsschutzgebiet, in dem die nächtliche Dunkelheit und die natürliche Nachtlandschaft als Schutzgut betrachtet wird und vor Lichtverschmutzung möglichst geschützt sein soll. Erreicht wird dies mit Licht-Management-Plänen und Umrüstung bei Straßen- und Außenbeleuchtung in den Gemeinden. Auch der grüne Landesrat Stefan Kaineder hat sich dazu in zwei Gemeinden der Region ein Bild über deren Konzepte zur Vermeidung von Lichtverschmutzung sowie die vom Umweltressort geförderte Umrüstung der Beleuchtung gemacht. „Gelingt es uns die Lichtverschmutzung einzudämmen, können wir einen gesunden Lebensraum für Mensch und Tier sowie die eindrucksvolle Nachtlandschaft erhalten. Bei der Lichtverschmutzung wollen wir als internationaler Vorreiter weiter die notwendigen Maßnahmen setzen und das Umweltressort wird die Gemeinden dabei bestmöglich unterstützen. Denn unser Ziel muss sein, dass wir schädliche Licht- und auch Energieverschwendung schrittweise verringern“, sagt Klimalandesrat Stefan Kaineder.

„Wir freuen uns sehr, dass die Region des Naturparks Attersee-Traunsee nun als erster Sternenpark Österreichs nominiert ist. Das weithin bekannte Sternenpark-Motto „Carpe diem – protege noctem“ steht sehr bildlich für die zukünftige Ausrichtung als Natur- und Sternenpark. Am Tag „schützen und nützen, erleben und begreifen“ wir die lebensraum- und artenreiche bäuerliche Kulturlandschaft des Naturparks und in der Nacht bewahren wir durch sorgsame Lichtnutzung die Funktionalität der Nachtnatur. Dafür können wir uns eines tiefen, klaren Blickes in den Sternenhimmel erfreuen“, sagt Naturpark-Manager Clemens Schnaitl.

Zahlreiche Astronomen lockt die perfekte „Dunkelheit“ im Seengebiet bereits an. Laut Naturpark-Chef Clemens Schnaitl sollen aber auch Naturliebhaber und vor allem Romantiker auf ihre Kosten kommen. Dazu ist bereits ein Übernachtungs-Package mit Romantik-Dinner und Führung durch die Welt der erotischen Pflanzen geplant – und welcher Titel würde da besser passen als „50 Shades of Green“.

VARENA spendet erneut an regionale Kinderhilfseinrichtung

Irmgard Schiener (Kindervilla), Julia Schnellenberger (Varena Marketing) (v. li) Foto: Varena

STEINBACH/VÖCKLABRUCK. Nicht jedes Kind hat das Glück in stabilen familiären Strukturen aufwachsen zu dürfen. Durch sehr viel Einsatz und professionell geschulte Betreuung bietet die KinderVilla Steinbach Kindern und Jugendlichen familienähnliche Strukturen, die eine positive Entwicklung erlauben. Seit vielen Jahren ermöglicht die VARENA durch ihre Spenden viele positive Erlebnisse und Aktivitäten für die Bewohner der Betreuungseinrichtung. 

„Wer in der KinderVilla in Steinbach am Attersee lebt, hat in einem kurzen Leben schon sehr viel mitgemacht. Es ist uns ein Anliegen, dass wir durch unsere Unterstützung diesen Kindern Momente der Freude ermöglichen“, sagt Thomas Krötzl, Center-Manager der VARENA bei der Überreichung des Spendenschecks.

KinderVilla-Leiterin Irmgard Schiemer verrät die Details: „Mit den 5.000 Euro der VARENA können wir Sportausrüstungen und Fahrräder für die Kinder anschaffen. Sportliche Betätigung fördert Gesundheit und Wohlbefinden und macht den Kindern Spaß und Freude. Unsere Schützlinge haben eine Riesenfreude und sagen von Herzen: Danke.“

Hochlecken startet in Skisaison

Schigebiet Hochlecken – Altmünster/Steinbach. Foto: Wolfgang Spitzbart

Am Montag, 28. Dezember, startet auch das kleine, aber feine Schigebiet Hochlecken  in die Wintersaison. Der Saisonauftakt hat sich aufgrund der Wetter- und Schneebedingungen etwas verschoben. Der Schneefall der letzten Tage und die tieferen Temperaturen zur künstlichen Beschneiung machen den Start aber jetzt möglich.

Schifahren bei Flutlicht bis 21 Uhr

In den Ferien ist das Schigebiet täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Ein besonderes Highlight, das viele Schifreunde aus der Umgebung schätzen, ist das Nachtschifahren bei Flutlicht zusätzlich von 17 bis 21 Uhr.

Infos unter www.hochlecken.at

Initiative für mehr Unterricht im Freien

STEINBACH. Das Naturpark-Management und die zehn Naturpark-Schulen im Naturpark Attersee-Traunsee starten mit der Übergabe des Buches „Draußen unterrichten“ eine neue Initiative für mehr Unterricht im Freien.

Lehrbuch-Übergabe an die Volksschule Steinbach am Attersee. Foto: Naturpark

„Mit diesem Praxishandbuch wollen wir unsere engagierten Pädagogen dabei unterstützen, das Klassenzimmer das eine oder andere Mal in die Natur zu verlegen“, sagt Clemens Schnaitl vom Naturpark-Management. 

In den Naturpark-Schulen in Oberösterreich wird die Wissensvermittlung in der Natur schon seit langem praktiziert. Gemeinsam mit Naturvermittlern und Kräuter- oder Waldpädagogen werden Lehrausgänge, Workshops und jährliche Naturpark-Tage vorbereitet und durchgeführt. Die Schulhöfe und -gärten werden gemeinsam mit den schau-erhaltenden Naturparkgemeinden schrittweise in Richtung „Klassenzimmer im Grünen“ entwickelt.

Mit der Anlage von Wildblumenbeeten, Insektenhotels, Vogelnisthilfen und der 10-Jahreszeiten-Naturkalender-Hecke sind in den letzten Jahren schon wichtige Bestandteile für naturnahe Unterrichtsräume geschaffen worden. Denn gerade jetzt in der herausfordernden Corona-Zeit, drängt sich das Konzept des „draußen unterrichten“ buchstäblich auf.

Für den Unterricht im Freien sprechen einige gute Gründe: ExpertInnen sind sich einig, dass der Aufenthalt in der Natur das Immunsystem stärkt und bei der Stressbewältigung hilft, also positive Effekte für die Gesundheit hat. Darüber hinaus fördert das „Draußen unterrichten“ die Lernmotivation und die Verankerung des Erlernten. Es wirkt auch auf der sozialen Ebene Kompetenz-bildend und begünstigt den Zusammenhalt der Klassengemeinschaft und vor allem: In der Natur zu sein, tut einfach gut!

Das Praxishandbuch „draußen unterrichten“ liefert 300 bärenstarke und wasserdichte Ideen für einen Lehrplan-basierten Unterricht für die Volksschulen und Mittelschulen.